Tipps rund um den Varajet Vergaser

    • Tipps rund um den Varajet Vergaser

      Benfailagain schrieb:

      ... habe zwar den Varajet II vergaser in einer Schachtel dazubekommen aber der ist scheinbar defekt... Aber da du dich ja eh so auskennst frag ich dich einfach mal was kann den beim Varajet II alles defekt? Lt. Internetbeiträge ist der Varajet anfälliger als der Solex 35 PDSI
      Eigentlich gibt es beim Varajet nur ein großes Problem und dass ist fehlende Wartung oder Aufmerksamkeit. Den Vergasern wenden sich die Meisten erst zu wenn es bereits zu spät ist und der Motor Zicken macht.
      Drei große Probleme treten früher oder später bei mangelnder Wartung auf:

      1. die Drosselklappenwellen sind aus Stahl und laufen in einem weichen Aluminiumgehäuse. Dabei arbeiten sich die Wellen über die Jahre ins Material des Drosselklappengehäuses ein, was Spiel in der Lagerung und zu Undichtigkeiten in Bezug von Nebenluft und Benzinaustritt führen kann. Letztes kann schlussendlich zu einem Motorbrand führen, da der Vergaser direkt über dem Abgashosenrohr sitzt und der Sprit bei Undichtigkeit darauf tropft.

      2. ein werksseitig fehlender Benzinfilter in der Zugangsleitung vor dem Vergaser. Es fahren heute immer noch Kadetten rum, bei denen dieser Centartikel auch heute noch nicht nachgerüstet wurde. Der kleine Permanentfilter am Vergaseranschluss ist nicht ausreichend. Er setzt sich mit Ablagerungen zu oder hat sich über die Jahre bereits in Wohlgefallen aufgelöst. So gelangen die Schutzablagerungen der Jahrzehnte vom Tank bis in den Vergaser und lagern sich dort in der Schwimmerkammer und vor allem vor den einzelnen Düsen ab, und setzen diese im Endstadium zu. So kann kein Motor sauber laufen.

      3. der schleichende Verschleiß und die Ermüdung des Dichtungsmaterials. Hier ist vor allem die Dichtungsmanschette der Beschleunigerpumpe zu erwähnen, diese versprödet besonders bei langen Stillstandszeiten besonders und löst sich dann bei anschließender Inbetriebnahme auf. Mit einer defekten Beschleunigerpumpe läßt sich nicht mehr fahren, wie der Name schon sagt, ist sie dafür da dass es vorwärts geht.

      Der Rest sind Kleinigkeiten in der Peripherie des Vergasers, wie undichte Unterdruckleitungen zwischen Vergaser und Zündverteiler oder zum Luftfilterkasten hin.

      Es reicht vollkommen aus, einen Benzinfilter einzubauen, diesen alle 25000 km zu wechseln. Den Vergaser nach langer Standzeit einmal zu reinigen und mit neuen Dichtungen zu komplettieren.
      Und ganz wichtig, das Drosselklappenteil spätestens nach 75000 km durch ein Neuteil zu ersetzen.
      Dann läuft auch der Varajet zuverlässig und macht keine Probleme die nächsten Jahre.

      Gruß Strahli
    • Ja, es gibt noch Kadetten, die nicht umgerüstet und "verbessert" (wie im Forum üblich) ohne nachgerüsteten Cent-Artikel Benzinfilter unterwegs sind. Werden aber immer weniger. Wenn der Tank rostfrei und sauber ist, braucht es diesen bei Vergasermotoren auch nicht. Deswegen bin ich immer sehr misstrauisch, wenn ich so ein Teil im Motorraum von angebotenen Gebrauchtwagen (oder bei Motorrädern) entdecke, wo dieser serienmäßig nie vorhanden war. Die original vorhandenen Siebe reichen völlig aus. Sollten diese ausnahmsweise Ersatz benötigen und nicht mehr aufzutreiben sein, dann platziere ich einen Filter in dezenter Ausführung (wie z.B. Pierburg 4.00030.80.0) in Tanknähe unter dem Wagenboden, wenn außerdem die originale Benzinpumpe mit Sieb einer Ersatzpumpe ohne Sieb gewichen ist. Macht sich letztendlich noch besser als ein Billigteil unter der Haube.

      Deine Erklärung zum Sinn der Beschleunigerpumpe ist etwas zum Schmunzeln ;) . Aber warum es sich bei einer Nichtfunktion nicht mehr fahren läßt, erschließt sich mir nicht ganz, zumal diese nur die Aufgabe hat, eine kurzzeitige Gemischabmagerung bei schnellem Öffnen der Drosselklappe (hier nur 1. Stufe) zu verhindern und ruckfreie Gasannahme zu ermöglichen. Sachter Gasfuß, und man merkt den Ausfall gar nicht. Oder seh* ich das falsch?

      Die Beschreibung und Erkärung des Varajets auf senatorman.de ist sehr gut und ausführlich.
    • opelkadett schrieb:

      Wenn der Tank rostfrei und sauber ist, braucht es diesen bei Vergasermotoren auch nicht. Deswegen bin ich immer sehr misstrauisch, wenn ich so ein Teil im Motorraum von angebotenen Gebrauchtwagen (oder bei Motorrädern) entdecke, wo dieser serienmäßig nie vorhanden war. Die original vorhandenen Siebe reichen völlig aus. Sollten diese ausnahmsweise Ersatz benötigen und nicht mehr aufzutreiben sein, dann platziere ich einen Filter in dezenter Ausführung (wie z.B. Pierburg 4.00030.80.0) in Tanknähe unter dem Wagenboden, ... Macht sich letztendlich noch besser als ein Billigteil unter der Haube.
      Es ist doch jedem selbst überlassen welche Art vom Filter er im Zulauf verbaut und wo er diesen platziert!
      Mein Hinweis ist auch nur als Ratschlag angedacht gewesen, genauso wie ich Deinen zum Pierburgfilter gerne aufnehme.

      Meine 26 jährige Erfahrung bei Fahrzeugen mit Varajet Vergasern haben mir gezeigt, dass viele dieser Vergaser ausfallen weil sich Ablagerungen aus dem Tank über das Leitungs- bis zum Düsensystem ausbreiten, sich dort ablagern, die Düsen zusetzen und bedingt dadurch keine ausreichende Gemischbildung am Venturi zur Aufrechterhaltung eines wirksamen Kraftstoffflußes am Gemischaustrittsrohr möglich ist. Der Grund hierfür ist das Fehlen eines stabilen Unterdruckes am Gemischaustritt.

      Selbstverständlich wird so ein Problem nicht bei einem sauberen und rostfreiem Tank auftreten, was selbsterklärend ist. Aber die wenigsten Fahrzeugeigner haben in den letzten Jahren Ihre Kraftstofftanks getauscht geschweigedenn gewartet.
      Da ist der Einbau eines Filters allemal einen Hinweis wert.
    • opelkadett schrieb:

      Deine Erklärung zum Sinn der Beschleunigerpumpe ist etwas zum Schmunzeln ;) . Aber warum es sich bei einer Nichtfunktion nicht mehr fahren läßt, erschließt sich mir nicht ganz, zumal diese nur die Aufgabe hat, eine kurzzeitige Gemischabmagerung bei schnellem Öffnen der Drosselklappe (hier nur 1. Stufe) zu verhindern und ruckfreie Gasannahme zu ermöglichen. Sachter Gasfuß, und man merkt den Ausfall gar nicht. Oder seh* ich das falsch?

      Die Beschreibung und Erkärung des Varajets auf senatorman.de ist sehr gut und ausführlich.
      Es mag sein dass ich die Funktion der Beschleunigerpumpe unzureichend beschrieben habe.
      Was aber definitiv zutreffend ist, ist die Tatsache, dass mit einer defekten Manschette des Pumpenkolbens keine "normale" Fahrweise mehr gegeben ist und die Beschleunigung aufgrund der zunehmenden Abmagerung des Benzin-Luftgemisches ab einem gewissen Punkt zusammenbricht, weil die Zündfähigkeit des Gemisches abnimmt. Das Fahrzeug fängt an zu ruckeln, man spricht hier vom sogenannten Magerruckeln, auch kann der Motor beim Anfahren und Beschleunigen ganz absterben.
      Dieses Verhalten tritt beim kleinen 13S OHC Motor wesentlich gravierender auf als gegenüber den hubraumgrößeren CIH Motoren mit Varajet Vergaseranlagen.
      Der Pumpenkolben übernimmt nicht nur in der 1. Drosselklappenstufe die Funktion der Gemischmengenanpassung um bei zunehmender Beschleunigung und steigendem Luftdurchsatz die erforderliche Benzinmenge an der Austrittsöffnung des Venturi zur Verfügung zu stellen.
      Beim Halten der Pumpenkolbenstellung kommt es im Teillastbereich zu einem zeitlich verzögerten Entspannen der Einspritzmenge, was dazu führt, dass der Beschleunigungsvorgang irgendwann zum Erliegen kommt und dann über die eingespritzte Kraftstoffmenge die Geschwindigkeit gehalten wird. Die über die Hauptdüse zur Verfügung gestellte Kraftstoffmenge wird dabei über den Saugrohrunterdruck und die federbelastete Teillastnadel gesteuert.

      Ich hoffe es nun ausreichend korrekt beschrieben zu haben.
    • Das größte Problem beim Varajet ist die Fehlkonstruktion der Startautomatik. Beim Kadett D meines Vaters führte dies zum Absaufen des warmen Motors nach einem Zwischenhalt. Die Motortemperatur läßt diese "Automatik" völlig außer Acht, nicht so wie bei anderen Herstellern, die Anschlüße für das Kühlwasser haben. Der Umbau auf manuellen Choke löste das Problem.
      legal-illegal-scheißegal :)
    • roadrunner schrieb:

      Das größte Problem beim Varajet ist die Fehlkonstruktion der Startautomatik. Beim Kadett D meines Vaters führte dies zum Absaufen des warmen Motors nach einem Zwischenhalt. Die Motortemperatur läßt diese "Automatik" völlig außer Acht, nicht so wie bei anderen Herstellern, die Anschlüße für das Kühlwasser haben. Der Umbau auf manuellen Choke löste das Problem.
      Dieses Problem ist bekannt, weshalb sich Opel ja bereits in der laufenden Produktion beim 13S von der Startautomatik verabschiedet hatte und wieder auf den Choke zurück geschwenkt ist.
      Beim 16S gab es hier weniger Probleme, dort verblieb die Startautomatik bis zum Produktionsende im Programm.

      Wichtig ist beim 13S, dass eine Feinabstimmung am Abgastester unumgänglich ist und dann noch einen passenden (richtig funktionierenden) Starterdeckel zu finden; ihre Funktion ist zeitlich ziemlich stark voneinander abweichend.
      Bei Übergangsproblemen beim Beschleunigen zwischen der 1. auf die 2. Drosselklappenstufe empfehle ich falls noch nicht geschehen, die Unterdruckdose am Starterdeckel mit Metallgehäuse gegen eine modifizierte mit Kunststoffgehäuse und Dämpfungsventil zu tauschen. Die Teilenummern kann ich gerne morgen nachreichen.
      Dann läuft auch der 13S tadellos.
    • hallo,
      Ich habe ein Problem mit meinem Varajet2 NIC , er ist auf einem 1,3s Kadett Caravan verbaut.
      Ich habe die Dichtungen getauscht , zuvor hab ich ihn im Ultraschallbad gereinigt , mit bremsenreinigergespült , und mit Druckluft ausgeblasen. Pumpenmanschette ist auch neu.
      Mein Wagen läuft kurz an , sehr untertourig , dreht auf etwa 1200 U/min dann geht er aus . Benzin kommt aus einem Kanister , da der Tank nicht sauber ist
    • mh... dass hört sich für mich nach einem Fehler an, der mir selbst auch schon vor etlichen Jahren mal passiert ist.
      Ich vermute, dass Du beim Dichtungstausch eine falsche Vergaserdeckeldichtung verbaut hast. Die Varajetvergaser mit NIC-Leerlaufsystem benötigen eine andere Dichtung wie die älteren Varajetvergaser. Oder hast Du eventuell Vergaserdeckel und Schwimmergehäuse der unterschiedlichen Varianten miteinander kombiniert?
      In diesem Fall besteht für den Motor keine Lauffähigkeit im Leerlauf!

      Teilenummer Vergaserdeckel mit NIC-Leerlaufsystem
      830694
    • ich hab mich eben nochmal vergewissert dass der Vergaser nicht zusammengewürfelt wurde .
      Es steht auf der Grundplatte NIC , auf der Schwimmerkammer ( mittelstück) und auf dem Deckel NIC . Dann brauche ich wohl nur noch die richtige Teilenummer für die passende Dichtung , oder besser noch zu nem Shop.
    • wenn ich das richtig sehe , ist die nicht gekennzeichnete von mir , die richtige , die hab ich auch schon verbaut, aber immer noch das gleiche. Läuft an und läuft kurz .
      Nach etwas planlosen drehen der stellschrauben kann man immerhin etwas Gas geben , auch wenn es nur spärlich angenommen wird.
    • Wenn sich das Thema durch den ganzen Temperaturbereich zieht, der Vergaser bereits gereinigt wurde und auch sichergestellt wurde das ein Vergaser mit der richtigen Bedüsung verbaut ist, dann ist davon auszugehen, dass der Vergaser im Leerlauf irgendwo Falschluft zieht.

      Zweite aber eher wahrscheinlichste Ursache die ich hier spekuliere, Du hast an der CO Schraube gespielt und da soll man die Finger von lassen wenn man keine Ahnung hat. Mit der CO Schraube stellt man die Abgaswerte ein, also ob das Gemisch magerer oder fetter dem Motor angereicht wird.
      Diese Einstellung kann man ausschließlich unter Verwendung eines Abgastesters vornehmen. Wurde dieses so durchgeführt?
      Deine Angaben zu den getätigten Umdrehungen an den Schrauben sind Milchmädchenraten, denn beide Schrauben müssen bei laufendem Motor am Abgastester auf einander abgestimmt werden. Ich mache soetwas am Tester meines TÜV Prüfers.
      Wird daran ohne rumgespielt, erhält der Motor hinterher kein zündfähiges Gemisch für den Leerlauf, entweder ist es zu mager oder zu fett, weshalb der Motor dann abstirbt.